An der musicube academy entwickeln wir Unterricht und Studienmöglichkeiten kontinuierlich weiter. Als ab 2016 Videokonferenzen technisch stabiler wurden, haben wir uns ernsthaft gefragt, ob Online-Unterricht möglich ist, ohne Abstriche in Qualität, Austausch und Lernerlebnis.
Der Ausgangspunkt war naheliegend: In unseren kleinen Gruppen war der Unterricht schon immer laptopbasiert. Sechs Studierende, ein Dozent, alle arbeiten an ihren eigenen Rechnern, ergänzt durch einen grossen Bildschirm für gemeinsame Analysen und Diskussionen. Da Komposition und Musikproduktion DAW-basiert stattfinden, liess sich diese Unterrichtssituation nahezu eins zu eins in den Online-Raum übertragen.
Für viele war das ein entscheidender Schritt. Studierende reisten zuvor häufig aus dem gesamten deutschsprachigen Raum an, teilweise mit sehr langen Bahnfahrten oder sogar Flügen, nur für einen Unterrichtstag pro Woche. Die Online-Option reduzierte diese Belastung deutlich. Mit hochwertigem Audio-Streaming konnten wir nicht nur Sprache, sondern auch musikalische Beispiele und Hausaufgaben in hoher Qualität in den Unterricht integrieren. Das erwies sich als tragfähig und für viele als echte Erleichterung.
Während der Pandemie wurde Online-Unterricht zur Notwendigkeit. Weil wir die Grundlagen bereits aufgebaut hatten, konnten wir den Unterricht vollständig online weiterführen. Nach der Pandemie stellte sich dann die zentrale Frage: Zurück zum reinen Präsenzformat oder ein Modell, das beide Welten sinnvoll verbindet? So entstand unser heutiges Hybrid-Format.
Im Hybrid-Unterricht können Studierende entweder online teilnehmen oder vor Ort sein. Der Unterricht wird im Raum so „gebroadcastet“, dass alle gleichwertig mitarbeiten können. Dafür haben wir unsere Räume mit Mikrofonen, grossen Bildschirmen und Lautsprechern ausgestattet, die speziell auf die Kommunikation mit Online-Teilnehmenden ausgelegt sind. Ein weiterer Vorteil: Die Sessions können aufgezeichnet werden. Videos und die verschriftlichten Inhalte werden in unserer Cloud abgelegt, sodass Studierende Inhalte nacharbeiten, vertiefen und verpasste Details gezielt nachholen können.
Gleichzeitig nehmen wir ernst, dass Lernen auch eine soziale Dynamik braucht. Reiner Online-Unterricht funktioniert fachlich sehr gut, aber die soziale Komponente entwickelt sich oft langsamer als in Präsenz. Deshalb haben wir ergänzend definierte Präsenzzeiten eingebaut, je nach Programm unterschiedlich stark. In studienvorbereitenden Programmen gehören dazu unter anderem ausgewählte Projektphasen und Events. Bachelor und Master enthalten mehr Präsenzanteile, weil Unterricht und Zusammenarbeit hier häufig noch intensiver sind.
So ist ein Modell entstanden, das Flexibilität und Verlässlichkeit verbindet: mit hoher Lehrqualität, moderner Infrastruktur und klaren Präsenzmomenten, die die Gruppe als wichtigen Lernfaktor stärken.
